Der Traum

Von der Sehnsucht der Seele nach Verwirklichung und Vollendung

Kolumne Jessica Josiger
Die spirituelle Nomadin spricht
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Jessica Josiger

Jessica Josiger

„Alles Leben beginnt mit einem Traum, der Sehnsucht der Seele sich zur verwirklichen. Alles Leben endet mit einem Traum, der Sehnsucht der Seele nach Vollendung.“

Dieses Zitat ist vor mehr als zehn Jahren während meiner schamanischen Ausbildung aus mir selbst heraus geboren und begleitet mich seither. Genau genommen trifft es den Kern dessen, was ich bereits als Kind gefühlt habe und mir erst so vollends bewusst wurde, als ich im Kiental saß und den Worten meines damaligen Lehrers lauschte.

Der Tod und das Leben sind zwei Seiten einer Medaille, bei der das Eine ohne das Andere nicht möglich ist.

Mit dem folgenden Beitrag möchte ich dich auf eine Reise in die schamanische Kosmologie mitnehmen und dir so die Perspektive der Seele auf das Leben, dem Tod und das Sterben mit auf dem Weg geben.

Der Tod eines nahen Angehörigen wird im Grunde nur von den Hinterbliebenen als schlimm, tragisch oder ähnlichem (du findest das richtige Wort für dich) empfunden. Manchmal bringt er auch Erleichterung mit sich, aber in jedem Fall hinterlässt er eine Lücke, wirft viele Fragen auf und häufig bleiben ausgesprochene oder unausgesprochene Versprechen, von denen du als Hinterbliebene*r meinst, sie noch einlösen zu müssen, zurück.

Aus schamanischer Sicht ist es so, dass mit dem Tod alles vollendet ist. Das was stirbt, ist der Körper. Die Seele selbst ist unsterblich. Sie verändert lediglich ihre Form und geht weiter auf dem Weg ihrer langen Reise.

Von der Sehnsucht der Seele nach Verwirklichung und Vollendung
Jessica Josiger

Du als Seele gebierst dich als Mensch, weil tief in deinem Kern eine Sehnsucht herrscht, dich zu erfahren. Du möchtest erfahren, wer du bist. Die dafür bestmögliche Spielwiese ist das Leben als Mensch hier auf Erden. Um Erfahrungen sammeln zu können, muss die Seele fühlen können. Dafür braucht sie jedoch eine Fremdenergie, deinen Körper. Dabei sucht du dir im Vorfeld deine potentiellen Eltern, das Land, in dem du geboren werden möchtest, den ungefähren Zeitraum und alle wichtigen Rahmenbedingen aus, die dir das größtmögliche Wachstumspotential bescheren. Du begleitest deine potentiellen Eltern noch bevor es zur eigentlichen Zeugung deines Körpers kommt, um herauszufinden, ob das alles für dich so passt. Ob du Lust hast auf das neue Leben mit eben dieser Familie. Zu all diesen relevanten Eckdaten gehört auch, der Zeitpunkt deines Todes.

Später dann im Leben öffnen sich immer wieder Felder, in denen sich die Seele entscheiden kann zu gehen oder, um es in menschlichen Worten auszudrücken, zu sterben. Es ist die Seele, die entscheidet, wann ihr aktuelles Leben vollendet ist. Die äußeren Umstände des Todes und das Sterbealter spielen dabei aus dieser Perspektive heraus betrachtet lediglich eine sekundäre Rolle, denn, wie ich es weiter oben bereits geschrieben hatte, mit dem Tod ist alles vollendet. Völlig egal, ob die Seele den Körper bereits im Mutterleib verlässt oder der Mensch uralt wird. Hat die Seele all ihre Erfahrungen gemacht, reist sie weiter.

Für dich als Angehörige mag sich das jetzt vielleicht schräg, seltsam oder sogar empörend anhören. Noch viel mehr wünsche ich mir jedoch für dich, dass du als Impuls für dich mitnimmst, dass alles gut so ist wie es ist. Aus seelischer Sicht gibt es nichts zu bereuen. Da sind keine Dinge, die ihr verpasst habt oder hättet noch machen müssen und es gibt keine Versprechen, die du noch einzulösen hast, weil du sie an irgendeinem Punkt der oder dem Verstorbenen gegeben hast. Es ist gut so wie es ist.

Thomas Mühl Pixabay

Die Seele verschwindet nach dem Tod nicht gleich. Sie bleibt etwa zwei Jahre im erdnahen Feld in eurer Familienseele und begleitet euch noch. In Momenten, in denen du das Gefühl hast ihren Duft in deiner Nase zu riechen oder wenn jemand etwas sagt und du denkst, er spricht aus dem anderen heraus, spürst du ihre Präsenz. Sie möchten dir Botschaften vermitteln. Dir sagen, dass sie immer noch bei dir sind. Sie möchten, dass es dir gut geht.

Nach diesen bummelig zwei Jahren entfernt sich die Seele immer weiter aus dem Feld, bis sie schließlich zur Ahnenseele zurückkehrt und als Erinnerung ihren festen, neuen Platz in eurem Ahnengefüge eingenommen hat.

Ist der Mensch plötzlich verstorben, etwa durch einen Unfall oder ähnlichem, dann schnallt die betroffene Seele manchmal nicht, dass ihr Körper tot ist. Sie irrt orientierungslos umher. Um sich auf diese Art auf der Erde halten zu können, braucht sie einen Körper. Da ihr eigener nicht mehr zur Verfügung steht, sucht sie sich in solchen Fällen einen anderen Menschen und klebt sich an dessen Energiefeld ran. Das ist nicht gesund. Weder für die Seele noch für den Menschen selbst. In einem solchen Fall braucht die Seele Orientierung. Eine Brücke, wenn du so willst, um wieder nach Hause finden zu können. Schamanen sind eine solche Brücke, denn sie sind das Bindeglied zwischen den Menschen und der geistigen Welt.

Seelen kommen aus dem Licht und kehren am Ende wieder dorthin zurück. Nur manchmal ist es eben so, dass die Seele als Mensch ein wenig zu lang im Dunkeln gelebt hat und vergessen hat, dass sie Licht ist. Solche Seelen machen auf ihrem Weiterweg dann einen Zwischenstopp im Seelenkrankenhaus, in dem sie sich erholen und ausruhen kann.

Ein einfaches Ritual, welches ich meinen Klientinnen gerne an die Hand gebe, ist folgendes:

Du brauchst dafür im Grunde nur eine Kerze und ein Westfenster. Am besten ein Teelicht, da idealerweise die Kerze brennen soll, bis sie von alleine ausgeht und ein Teelicht kannst du, wenn es gut geschützt aufgestellt ist, auch ohne Aufsicht weiterbrennen lassen. Das Westfenster deshalb, weil die Seele so mit der untergehenden Sonne sich von der Welt weg und hinauf ins Licht begibt. Die Kerze selbst stellt ein Tor zur Seelenheimat dar. Mit dem Anzünden des Lichts öffnet sich die so genannte Regenbogenbrücke, über die die Seele nun die Erde verlassen und weiterreisen kann.

Du nimmst also das Teelicht, stellst es aufs Fensterbrett eines Westfensters (das ist die Seite, auf der die Sonne ab etwa 17 Uhr zu sehen ist ), oder aber außerhalb deiner Wohnung/ deines Hauses auf der Westseite, und zündest es an. Anschließend richtest du ein paar Worte an die Seele. Kannst ihr erklären, dass du mit diesem Licht ihr eine Brücke für die Weiterreise geöffnet hast und sie nun gehen darf. Wenn dir noch andere Worte auf dem Herzen liegen, so sage auch diese. Ich bin sicher, dass du die richtigen Worte finden wirst! Und dann lässt du die Kerze brennen, bis sie von alleine aus geht.

Nach dem Ritual empfiehlt es sich in der Wohnung oder zumindest im besagten Zimmer gut zu lüften.

Ich wünsche dir tolle Erfahrungen damit und falls du Fragen hast, völlig egal, wie banal sie dir erscheinen mögen, dann immer gerne raus damit. Ich beantworte sie dir total gern.

Alles Liebe,

Deine Jessica

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    Mein Name ist Jessica Josiger.

    Nach menschlichen Etiketten bin ich Diplom Pädagogin, Traumafachberaterin, Schamanin, zertifizierte Onlineberaterin und Offizier. Spirituelle Nomadin ist meine eingetragene Marke. Gebürtig stamme ich aus dem Erzgebirge und lebe mit meinen beiden Kindern in Flensburg. Mir wird nachgesagt, dass ich mit meinen Worten Fragen beantworte.

    Ich liebe meinen Beruf und bin dankbar ihn in der Weise ausüben zu dürfen.